Mehr als 60 Einsätze hatte die Feuerwehr Coswig in diesem Jahr bereits. Einer der größten war das Feuer am 1. Mai, bei dem eine Hausbewohnerin ums Leben kam. Tagsüber ist es laut Wehrleiter oft schwierig, genug Einsatzkräfte zusammenzutrommeln. Mehr als 60 Einsätze hatte die Feuerwehr Coswig in diesem Jahr bereits. Einer der größten war das Feuer am 1. Mai, bei dem eine Hausbewohnerin ums Leben kam. Tagsüber ist es laut Wehrleiter oft schwierig, genug Einsatzkräfte zusammenzutrommeln.
Mehr als 60 Einsätze hatte die Feuerwehr Coswig in diesem Jahr bereits. Einer der größten war das Feuer am 1. Mai, bei dem eine Hausbewohnerin ums Leben kam. Tagsüber ist es laut Wehrleiter oft schwierig, genug Einsatzkräfte zusammenzutrommeln.

Coswig. Vier Kameraden waren zur jüngsten Ausschusssitzung der Feuerwehr am Donnerstag eingeladen, um zu klären, wie es mit ihnen weitergehen soll. „Wer permanent nicht zum Dienst kommt, von dem müssen wir uns trennen“, sagt Wehrleiter Andreas Schorbogen. Und leider gibt es jährlich mehr Trennungen als Neuzugänge. Deshalb leidet die Coswiger Wehr unter Personalschwund.

Normalerweise sollte die Stadt 94 aktive Feuerwehrmänner und -frauen haben. Das wäre die doppelte Besetzung für die Einsatzfahrzeuge. Davon ist Coswig aber weit entfernt. Von 112 Männern und Frauen sind 63 aktive Mitglieder. Sechs neue Brandbekämpfer kamen im vergangenen Jahr hinzu. Etwa zehn bis zwölf müssen jährlich die Wehr wieder verlassen. Altersbedingt oder weil sie ihre Aufgaben nicht erfüllen.

Mindestens 40 Stunden im Jahr sollten in das Ehrenamt investiert werden. Laut Schorbogen gibt es sogar Führungskräfte, die nicht regelmäßig zu den 14-täglichen Diensten erscheinen. Wer sich aber nicht ausbilden lässt, der ist auch beim Einsatz keine große Hilfe. „Zu bestimmten Zeiten ist es schwierig, die Fahrzeuge mit genügend Leuten zu besetzen“, so der Feuerwehrchef. Bei einem normalen Brand sollten 22 Kameraden ausrücken. „Wenn ich die Hälfte habe, bin ich schon froh.“ Das Problem hätten viele, nicht nur die Coswiger. Deshalb werden tagsüber meist auch die umliegenden Feuerwehren alarmiert.

Tankwagen oft nur halb besetzt

In das große Löschfahrzeug der Coswiger passen eigentlich neun Kameraden rein. „Wir haben meist nur sieben bis acht, wenn es eine gute Zeit ist“, nennt Schorbogen ein Beispiel. Das Tanklöschfahrzeug sei teilweise nur halb besetzt. Der Kommandowagen mit einem statt vier Kameraden.

Schlimmer ist es noch in Brockwitz. Dort schaffen es oft nur zwei Feuerwehrleute zum Gerätehaus. „Das ist ein echtes Problem. Man müsste vor Ort mal eine Aktion planen, mit der mehr Leute in die Feuerwehr gelockt werden können“, fordert Schorbogen. Generell müsse der freiwillige Dienst dem Nachwuchs schmackhafter gemacht werden. Denn die aktiven Feuerwehrleute gehen nicht selten bis an ihre Grenzen. 153 Einsätze gab es im vergangenen Jahr, darunter 80 Hilfeleistungen und 73 Brände. Schorbogen erinnert an die Müllplatzbrände im vergangenen Jahr.

Nachts und teilweise an verschiedenen Orten gleichzeitig. Wer da am nächsten Morgen auf Arbeit musste, hatte dunkle Augenringe. Die Feuerwehrmänner können zwar von der Arbeit freigestellt werden, aber im schlimmsten Fall könnte das zu Unstimmigkeiten mit dem Chef führen, sagt Schorbogen. Deshalb trauen sich manche auch nicht, zu fragen. Dabei kann der Arbeitgeber den Verdienstausfall der Stadt in Rechnung stellen. „Es gibt viele Betriebe, die machen das nicht“, so Schorbogen. Andere schreiben auch über ein bis zwei Wochen Rechnung, wenn der Feuerwehrmann so lange auf einem Lehrgang ist.

Sein Fazit: „Es ist nicht immer einfach, das Ehrenamt auszuüben, aber viele sind mit Engagement dabei.“ Und trotz Personalnot sei es noch nicht passiert, dass die Coswiger Feuerwehr nicht ausrücken konnte.

 

Bericht: Sächsische Zeitung

Personalnot bei der Feuerwehr
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