Einsatz Nr. 273 

 
Einsatzart

Übung Helikopterabsturz 

Einsatzort

Coswig, Neucoswiger Str.

Bericht

Havarie vor der Lungenklinik

Es ist kurz vor sechs am Abend. Jens Friedel kontrolliert den Landeanflug eines Rettungshubschraubers am Fachkrankenhaus. Nichts Ungewöhnliches. Im Schnitt werden so 25 Mal im Jahr Notfallpatienten nach Coswig geflogen. Friedel, Mitarbeiter der technischen Überwachung des Hauses, beobachtet jeden Anflug. Auch diesen. Das ist seine Pflicht.

Doch plötzlich ist alles anders. Der Hubschrauber trudelt, stürzt ab. Zwischen dunklen Rauchschwaden und meterhohen Flammen ist nur noch ein Stahlklotz zu sehen. Hilferufe sind aus dem Wrack zu hören. Friedel rennt zum Signalknopf an einer Seitentür. Er löst den großen Alarm aus. Der setzt die Notfall-Maschinerie in Gang. Feuerwehr, Katastrophenschutz, Ärzte, Schwestern, das volle Programm.

Friedel ist mit seinem kleinen Feuerlöscher gegen die Flammen machtlos. Nach zehn Minuten rasen fünf Fahrzeuge der Coswiger Feuerwehr und drei Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes aus Radebeul in das Klinikgelände. 35 Einsatzkräfte springen aus den Wagen. Jetzt muss gelöscht, müssen die Menschen aus dem Hubschrauber geholt werden.

Das Drama ist nur inszeniert. Der Hubschrauber ist ein Autowrack. Einmal im Jahr probt das Fachkrankenhaus den Ernstfall. „Bisher blieb es bei der Übung“, sagt Winfried Hantusch, Leiter der Technischen Überwachung im Lungenklinikum. Dennoch, die Übung ist der Härtetest. Kommt es wirklich zur Havarie, muss jeder wissen, was zu tun ist, jeder Handgriff soll dann ohne großes Nachdenken sitzen.

Schläuche werden ausgerollt, Flutlichtmasten leuchten den Hof taghell aus. Schaum erstickt die Flammen. Das Feuer ist in drei Minuten gelöscht. Zeitgleich mühen sich Feuerwehrmänner am Autowrack. Sie benutzen eine gewaltige Blechschere und einen hydraulischen Spreizer, um so schnell wie möglich an die eingeklemmten Personen zu gelangen.

Ein Notstromaggregat rattert. Die Bergung dauert nur wenige Minuten. Sanitäter ziehen die Verletzten aus dem Stahlklotz, leisten Erste Hilfe. Die Ärzte des Krankenhauses übernehmen die Verletzten und bringen sie in die Klinik. Dort werden sie weiter versorgt. 45 Minuten, dann ist alles vorüber. Vorgänge, die gefilmt und mit der Stoppuhr gemessen werden.

Fazit der Übung: Bis auf Kleinigkeiten hat alles funktioniert. Trotzdem sieht der technische Leiter noch Nachholbedarf. Schutzkleidung für die Ärzte fehlt. Die standen nur in ihren weißen Kitteln neben dem brennenden Wrack. Und auch ein Rettungsarzt des DRK wurde nicht alarmiert. Dessen Nummer muss in die automatische Meldeanlage noch rein.

Hantusch wird die Aktion jetzt mit einem Team auswerten. Dazu gehören Coswigs Wehrleiter Andreas Schorbogen, der Radebeuler DRK-Zugführer Heiko Welsch sowie die Klinikleitung. Beim nächsten Mal soll alles noch perfekter laufen. Auch wenn den wirklichen Ernstfall hier keiner haben will.

Von Philipp Siebert (SZ)
Foto: Arvid Müller


D.W.

Fahrzeuge

Kdow | HLF20 | HAB | TLF16/25 | LF16TS | Brockwitz HLF10 | Brockwitz TSF

Personal

35 Kräfte im Einsatz davon 6 unter Atemschutz 

Beteiligte Organisationen

Rettungsdienst

Einsatzdauer

10.10.2013, 17:49 Uhr bis 10.10.2013, 20:30 Uhr

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