Immer wieder kommt es in den Wintermonaten durch Frost und Kälte an vielen Stellen zu gefrorenen Teichen, zum Teil sogar zu ganzen Bächen und Flüssen. Meist werden diese Eisflächen von Schlittschuhläufern, Spaziergängern oder Kindern zum Spielen genutzt wie zuletzt am Schlossteich in Moritzburg.

Jedoch bergen diese Eisflächen erhebliche Gefahren für Mensch und Tier. So brachen in Moritzburg kürzlich mehrere Eisspaziergänger sowie Sportler ein. Glücklicherweise kam bei den Eisunfällen niemand ernsthaft zu Schaden.

Daraufhin fand ein gemeinsamer Dienstabend am 01.03.2018 mit dem DLRG Niederes Elbtal e.V. statt. Thema des Abends war die Eisrettung. Die Feuerwehr Coswig integrierte die Einsatzkräfte des DLRG in ihre Ausbildung.

Im ersten Abschnitt des Dienstes ging es darum, welche theoretischen Einsatztaktiken es gibt und was man bei Eisunfällen beachten muss.

Im zweiten Teil machte sich die Feuerwehr Coswig gemeinsam mit dem DLRG auf den Weg zum Spitzgrundteich. Neben der Verwendung der korrekten persönlichen Schutzausrüstung wurden die Möglichkeiten der Personenrettung auf dem Eis bzw. aus dem Wasser unter realen Bedingungen geprobt und mögliche Szenarien nachgestellt.

Da die in das Eis eingebrochenen Personen sehr schnell und stark auskühlen, ist höchste Eile geboten. Bei Wassertemperaturen von 0° C liegt die Überlebenszeit einer eingebrochenen Person unter 30 Minuten. Mit zunehmender Unterkühlung setzen bei der verunfallten Person Muskelstarre und Bewusstseinsstörungen ein.

Eine Selbstrettung ist in vielen Fällen nicht möglich, weil jegliche Haltemöglichkeiten um sich aus dem Eisloch herauszuziehen fehlen bzw. die Eiskante beim Versuch sich darüber zu schieben abbricht.
Das Übungsszenario wurde so durchgeführt, dass die Kameraden zu keiner Zeit auf dem blanken „instabilen“ Eis standen. Mittels Steckleiterteilen und daran befindlichen Rettungsleinen wurde sich an die „verunglückte“ Person liegend herangerobbt. Das zweite Steckleiterteil wurde anschließend dazu genutzt, die Person aus dem Eis auf das Steckleiterteil zu ziehen und ihn anschließend an Land zu befördern.

Das funktioniert insofern, wenn der Verunfallte noch aktiv bei der Rettung unterstützen kann.
Wenn dies durch die fortschreitende Unterkühlung nicht mehr möglich ist, wie im letzten Fallbeispiel dieses Abends, muss der Retter die zu rettende Person mittels Bandschlinge und Muskelkraft auf das Steckleiterteil ziehen. Unterstützt wird er hierbei über die Sicherungsleine vom Land aus.

Alles in allem war es wieder ein lehrreicher Dienstabend der Freiwilligen Feuerwehr Coswig in der Hoffnung das es nie zu so einem Ernstfall kommt.


Generell werden in Coswig Eisflächen nie offiziell freigegeben. Die Stadtverwaltung Coswig sieht davon ab, weil es unmöglich ist eine hundertprozentige Sicherheit zu garantieren, dass das Eis in jedem Fall hält.

Feuerwehrleute üben Eisrettung
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