Einsatz Nr. 49 

 
Einsatzart

Brand Industrieanlage 

Einsatzort

Coswig, Webereistraße

Bericht

Coswiger Tischlerei brennt vollständig nieder

Gegen halb vier Uhr morgens hörten Anwohner einen Knall. Kurz darauf stand die gesamte Halle lichterloh in Flammen.


Beißender Rauch, meterhoch schlagende Flammen und eine Werkhalle, die sich in Zeitlupe zur Seite neigte und schließlich in sich zusammenfiel. Dieses Bild bot sich den Kameraden der Coswiger Feuerwehr am Freitagmorgen. Als um 4.03 Uhr die ersten von ihnen im Gewerbegebiet an der Südstraße eintrafen, wussten sie sofort: Von der Werkhalle der Tischlerei von Frank Walther wird nichts zu retten sein.

Kurz nach halb vier Uhr war es, als Anwohner die Polizei benachrichtigten. Gegen halb vier Uhr morgens hörte Katrin Ober einen Knall. „Das ist nicht ungewöhnlich. So hört es sich auch an, wenn die Züge in der Nacht über die Gleise rattern“, sagt sie. Daraus wurde aber innerhalb kürzester Zeit ein Großbrand. Über 70 Feuerwehrleute beteiligten sich an der Brandbekämpfung. Mit dabei waren die Wehren aus Coswig, Radebeul, Weinböhla, Meißen, Gauernitz und Reichenberg.

Um die Werkhalle der Walther Expointerieur GmbH & Co.KG auf der Webereistraße entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit dichter Qualm. Direkte Anwohner aus zehn Häusern mussten aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen verlassen. Das Dach der benachbarten Halle der Firma Teichmann GmbH wurde als erstes mit Löschwasser gekühlt, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Wegen der riesigen Qualmwolke musste sogar der Zugverkehr auf der vorbeiführenden Bahnstrecke zwischen Coswig und Radebeul für eine Stunde eingestellt werden.

Die Wehren konnten indes nichts mehr retten: Das Feuer hatte sich im gesamten Gebäude ausgebreitet, wo es reichlich Nahrung fand. Einzig eine gemauerte Steinwand blieb stehen. Nicht nur im inneren der Halle lagerten unzählige Tonnen von Holzbrettern und Sperrholzplatten. Auch die Fassade der gut zehn Jahre alten Halle war aus dem leicht brennbaren Material. Lediglich einen Minivan konnte die Feuerwehr vor den Flammen retten. Zwei weitere Autos auf dem Betriebsgelände brannten völlig aus.

Löschen mussten die Feuerwehrleute noch bis zum Freitagabend. Noch am Mittag bildeten sich immer wieder kleinere Glutnester. Einsatzleiter Ingo Bernhard sagte, man werde noch bis weit in die Nacht zu tun haben. Vor allem das bis zur Hälfte mit Sägespänen gefüllte Silo kühlen die Einsatzkräfte immer wieder mit Wasser ab. Glück hatten die Coswiger mit dem Wind. Der Rauch zog zu diesem Zeitpunkt in ein weniger bewohntes Gebiet ab. Dadurch konnten keine Funken auf die benachbarten Wohnhäuser und Firmenhallen übergreifen.

Als die ersten Mitarbeiter gegen sieben Uhr an der Tischlerei eintrafen, war von ihrem Arbeitsplatz nicht mehr viel übrig. „Bis gestern hab ich hier noch jeden Tag gearbeitet, heute Morgen komme ich her und alles ist abgebrannt“, sagt ein Mitarbeiter geschockt. Alle in der Firma seien jetzt ratlos, wie es weiter gehen soll.

Die Brandursache ist unterdessen noch völlig unklar. Dass sich die Holzmassen selbst entzündet haben, schließt Einsatzleiter Bernhard jedoch aus. Zurzeit konzentriere sich die Feuerwehr darauf, die übrig gebliebenen Aschemassen abzukühlen und aufkommende Glutnester zu ersticken.

Zusätzlich kreiste am Freitag ein mit Wärmebildsystemen ausgerüsteter Polizeihubschrauber über dem Gelände. Dieser soll die Brandstelle auf Glutnester untersuchen und Luftaufnahmen machen. Zur Untersuchung der Brandursache werden nach Abschluss der Löscharbeiten Spezialisten von der sächsischen Kriminalpolizei zum Einsatz kommen. Das wird voraussichtlich erst Montag sein.

Von Philipp Siebert (SZ)

Fahrzeuge

Kdow | HLF20 | HAB | TLF16/25 | LF16TS | HLF10

Personal

70 Kräfte im Einsatz davon 10 unter Atemschutz 

Beteiligte Organisationen

FF Radebeul | Polizei | Rettungsdienst | DB Notfallmanager | FF Moritzburg | FF Reichenberg | Polizeihubschrauber

Einsatzdauer

23.03.2012, 03:52 Uhr bis 24.03.2012, 17:45 Uhr

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