Einsatz Nr. 197 

 
Einsatzart

Brand Dachstuhlbrand 

Einsatzort

Meissen, Neugasse

Bericht

Feuer in der Meißner Altstadt

Aufregung am Donnerstagabend in der Meißner Innenstadt: Der Dachstuhl eines historischen Wohnhauses auf der Neugasse stand gegen 20.45 Uhr plötzlich in Flammen. Fünf Familien mussten aus dem Haus fliehen. Mit zwei Drehleitern und im Innenangriff löschten rund 70 Feuerwehrleute den Brand. Unterdessen schauten die Mieter verängstigt von der Straße aus zu ihren Wohnungen hinauf. War es Brandstiftung?

Direkt unter dem Dachstuhl lebt Jacline Liebscher mit ihren drei Kindern. Die Kinder hatten die Flammen entdeckt, und Familie Liebscher konnte sich aus dem Haus retten. Bangend stand Jacline Liebscher mit Sohn David auf der Straße. Kater Moritz war verschwunden, und Jacline Liebscher hat immer noch Angst um ihr Hab und Gut. Die Familie lebt von Hartz IV und hat keine Versicherung abgeschlossen. Jacline Liebscher vermutet, dass jemand unter dem Dach gezündelt hat. „Ich denke mal, dass das Brandstiftung war. Der Brand ging ja von einer Matratze aus“, sagt die 36-Jährige

Schaden noch unklar

Nachdem der Brand gelöscht war, richtete die Feuerwehr über Nacht eine Brandwache ein. Die Mieter durften auch in den unteren Stockwerken nicht in ihre Wohnungen zurück. Der Wasserschaden, der am ganzen Haus entstanden ist, kann noch nicht eingeschätzt werden. Trotzdem ist der Brand für die Bewohner der Neugasse Nummer 5 glimpflich ausgegangen. Jens Ruppert, Einsatzleiter der Meißner Feuerwehr, erklärt: „Zwei Personen konnten wir retten. Die waren noch in der Wohnung und hatten von dem Brand noch nichts mitbekommen, da er im Dachgeschoss ausgebrochen war. Die Leute konnten durch Klopfen an die Wohnungstür alarmiert werden.“ Letztendlich wurde bei dem Brand niemand verletzt.

Schon den zweiten Brand in diesem Haus hat Frau Pröhl miterlebt. Sie wohnt hier schon seit 30 Jahren. „Ich stand unter der Dusche, als ich von Nachbarn hörte, dass es brennt. Ich bin nach draußen gerannt, konnte nichts mitnehmen“, sagt sie. Schon vor 20 Jahren, bei dem letzten Brand, kam sie gerade noch heraus. Da stand das Haus mitten in der Nacht in Flammen. Ihre Wohnung hat einen Wasserschaden. „Zum Glück habe ich eine Hausratversicherung, die das alles bezahlt“, so die Mieterin.

Polizei ermittelt noch

„Die drei betroffenen Familien wurden durch Verantwortliche der Stadt betreut und vorläufig anderweitig untergebracht“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Kießling. Jacline Liebscher hingegen hat sich selbst gekümmert. Sie hat ihre drei Kinder bei Freunden und Verwandten untergebracht. Am Wochenende, so hofft sie, kann sie wieder in ihre Wohnung, die „nur“ Löschwasserschäden hat, aber vom Brand selbst verschont blieb.

Dass es Brandstiftung war, kann die Polizei nicht bestätigen. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen aufgenommen, heißt es dazu. Ein Ergebnis lag bis Freitagabend noch nicht vor.

Auch Kater Moritz fand einen Weg nach draußen und saß gegen Ende der Löscharbeiten wohlbehütet bei David Liebscher im Tragekorb.

Von Karen Dembowski und Jürgen Müller (Sächsische Zeitung)

Fahrzeuge

Kdow | HLF20 | HAB | TLF16/25

Personal

70 Kräfte im Einsatz davon 0 unter Atemschutz 

Beteiligte Organisationen

Einsatzdauer

18.08.2011, 20:39 Uhr bis 29.12.2011, 00:00 Uhr

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