Einsatz Nr. 211 

 
Einsatzart

Hilfeleistung Personenrettung 

Einsatzort

Coswig, Lößnitzstraße

Bericht

Auf dem Baugerüst umgefallen

Zu einem Arbeitsunfall wurde die Coswiger Feuerwehr gestern Mittag gegen 13 Uhr gerufen. Ein 24 Jahre alter Monteur hatte auf der Baustelle der Wohnungsgenossenschaft Coswig (WGC) nach ersten Angaben wohl einen Stromschlag bekommen und war umgekippt. Die Coswiger Wehr rückte mit neun Mann und zwei Fahrzeugen an. Dabei war auch das neue Hubrettungsgerät, das speziell für Einsätze in den Plattenbauten der Stadt angeschafft wurde. Damit konnten die Coswiger Wehrleute zum ersten Mal die Bergung eines Verletzten unter Einsatzbedingungen ausführen. Zuvor waren bereits Rettungssanitäter und ein Notarzt dem Verletzten auf der vierten Gerüstetage an der Lößnitzstraße zu Hilfe geeilt.

Strom- oder Herzschlag?

Der Notarzt hatte sofort eine Kanüle in der Hand des Verletzten für Transfusionen gelegt. Kurze Zeit später kam eine Teilentwarnung vom Gerüst. Der junge Mann sei stabil, könne aber nicht aus eigener Kraft vom Gerüst steigen. Also wurde das Hubrettungsgerät angefordert. In einer Bergungsschale wurde der Verletzte dann mit der ausfahrbaren Kanzel des Feuerwehrautos langsam zum Boden gebracht, wo ein Krankenwagen den weiteren Abtransport übernahm. In der Zeit hatte sich eine Menge Schaulustiger am Unfallort eingefunden.

Zur Unfallursache gibt es noch keine genauen Erkenntnisse. Der Monteur, der für eine Firma in Brandenburg im Einsatz war, sollte mit einem Druckluftschlauch vorgebohrte Löcher für künftige Balkonhalterungen ausblasen, berichten seine Kollegen. Das Ganze geschieht mittels einer Druckluftpistole, die aus Aluminium ist. Beim Arbeiten bleibe es nicht aus, dass man mit dieser Pistole auch einmal mit den Wänden des Bohrloches in Berührung komme. Und dabei müsse es passiert sein. Offenbar habe es in diesem Bereich noch eine stromführende Leitung gegeben, vermuteten die Kollegen des Verletzten. Frank Schunack, der Bauleiter der WGC, ließ unverzüglich zwei Elektrofirmen das entsprechende Areal absuchen. Mit dabei sei auch der Untersuchungsdienst der Kriminalpolizei gewesen. „Wir konnten keinen stromführenden Leiter in diesem Bereich feststellen“, sagt Schunack.

Man müsse jetzt die medizinischen Untersuchungen abwarten. Möglich sei auch, dass der 24-Jährige Herzrhythmusstörungen erlitten habe. Aber Genaueres wisse man erst in ein paar Tagen. Die Kollegen des Verletzten waren von dem Vorfall sichtlich mitgenommen. „Er hatte noch Glück, dass er nicht vom Gerüst gefallen ist“, sagte einer. „Wichtig sei jetzt, dass der junge Mann wieder auf die Beine kommt“, sagte WGC-Bauleiter Frank Schunack. Man wolle Kontakt zu dem Verletzten im Krankenhaus halten.


Torsten Oelsner (Sächsische Zeitung)

Fahrzeuge

HLF20 | HAB | Brockwitz HLF10

Personal

9 Kräfte im Einsatz davon 0 unter Atemschutz 

Beteiligte Organisationen

Einsatzdauer

09.09.2011, 13:10 Uhr bis 09.09.2011, 14:10 Uhr

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