Coswig. Sage und schreibe 60,6 Kilogramm wiegt die komplette Ausrüstung eines Feuerwehrmannes, welcher mit Atemschutz ausgestattet ist. Allein die Atemschutztechnik bringt 18,5 Kilogramm auf die Waage. Das Gewicht ist unter anderem ein Grund, warum die Coswiger Feuerwehr eine neue Atemschutzausrüstung anschaffen möchte. Die Pläne dazu stellte Sven Kunath, erster Stellvertreter der Wehrleitung, am 12. April dem Coswiger Stadtrat vor. Neben dem hohen Gewicht ist aber vor allem das Alter der Ausrüstung ausschlaggebend für die notwendige Neuanschaffung. Die Freiwillige Feuerwehr nutzt die Masken und Träger bereits seit den Neunziger Jahren. Durch die häufige Reinigung mit Desinfektionsmitteln sei es mittlerweile zu Verformungen an den Masken gekommen, so Kunath. Auch etliche Kratzer seien nicht mehr zu übersehen.
Die neue Atemschutztechnik kommt von der Firma Dräger. Die Masken verfügen über ein größeres Sichtfeld und lassen sich besser an die individuelle Kopfform der Einsatzkräfte anpassen. Der neue Träger, welcher von dem Feuerwehrmann auf dem Rücken getragen wird, wiegt dann nur noch 14 Kilo. Immerhin etwas weniger. Im Vergleich zur Technik wiegen Hose und Stiefel der Ausrüstung fünf Kilo, die Jacke drei Kilo und der Helm 1,2 Kilo. Eine weitere Neuheit wird die Umstellung von Normaldruck auf Überdruck sein.

Für die Anschaffung gibt es keinerlei Fördermittel. Die Stadt einigte sich mit dem Landkreis auf eine Sammelbestellung, da noch weitere Kommunen neue Atemschutzgeräte benötigen. Dadurch wird es günstiger, dennoch hat die Stadt eine Investition von rund 60 000 Euro eingeplant, heißt es aus der Stadtverwaltung. Die Freiwillige Feuerwehr Coswig begrüßt dies, immerhin gehe es um den Schutz der Männer, die in erster Reihe Brände und andere Katastrophen bekämpfen, betont Stellvertreter Kunath. Neben der Vorstellung der neuen Technik stellten Wehrleiter Andreas Schorbogen und sein Stellvertreter Sven Kunath auch den Rechenschaftsbericht der Feuerwehr vor. So konnte unter anderem berichtet werden, dass die freiwilligen Einsatzkräfte in Coswig und Brockwitz rund um die Uhr binnen 6 bis 8 Minuten einsatzbereit waren oder sich bereits auf dem Weg zum Unglücksort befanden. Dennoch ist es immer schwieriger, die Einsatzzeiten während der normalen Arbeitszeit der Kameraden abzudecken, da es an Nachwuchs fehlt. Immerhin acht neue Kameraden konnte die Coswiger Feuerwehr im vergangenen Jahr begrüßen. Im Moment besteht die freiwillige Feuerwehr aus 62 aktiven Kameraden, davon 24 Atemschutzgeräteträger und 7 Kameradinnen. 114 Einsätze, darunter vier Großbrände wurden 2016 absolviert.

Bericht: DNN (Von Lisa-Marie Leuteritz)

Coswigs Feuerwehr benötigt neue Atemschutztechnik
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